Kinder können an fünf Stationen spielen, kreativ werden und ihre Fähigkeiten erproben. Der SkF Recklinghausen zeigt ihnen außerdem, wo sie in schwierigen Situationen Hilfe finden.
Taschen bedrucken, über einen Niedrigseilgarten klettern, mit Pfeil und Bogen schießen oder Kinderrechte spielerisch kennenlernen: Beim Aktionstag „Starke Kinder“ gibt es rund um Steinstraße und Heilige-Geist-Straße viel zu entdecken. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Recklinghausen lädt dazu am Samstag, 19. September, von 11 bis 16 Uhr ein.
Auch der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Recklinghausen e.V. beteiligt sich an dem Aktionstag. Kinder können gemeinsam mit ihren Eltern Notinseln in der Nähe der Veranstaltungsorte ansteuern. Denis Köhler vom SkF erklärt ihnen, woran sie eine Notinsel erkennen, wann sie dort Hilfe bekommen und an wen sie sich wenden können. Auf die Kinder wartet außerdem eine kleine süße Überraschung.
Notinseln sind Geschäfte und Einrichtungen, die Kindern in schwierigen oder beängstigenden Situationen helfen. Der gut sichtbare Aufkleber an der Tür signalisiert: Hier bist du sicher, hier findest du Unterstützung. Das gilt zum Beispiel, wenn sich ein Kind verlaufen hat, gestürzt ist, sich bedroht fühlt oder seine Eltern nicht erreichen kann. Der SkF koordiniert das bundesweite Kinderschutzprojekt in Recklinghausen.
An fünf Stationen in der Altstadt können die Kinder am Samstag vor allem spielen, basteln und Neues ausprobieren. Der Areopag lädt unter anderem zum Kinderrechte-Memory, Taschenbedrucken und Fenstermalen ein. Auf dem Schulhof des Gymnasiums Petrinum warten ein Niedrigseilgarten, Bogenschießen und weitere Bewegungsspiele. Im Familienbüro der Stadt Recklinghausen können die Kinder Leuchttürme basteln. Die Gastkirche bietet Mutmachsprüche, Kerzen und gemeinsames Singen an. In der Stadtbücherei stehen Bücher und Geschichten für und über starke Kinder im Mittelpunkt. Wer drei Stationen besucht hat, bekommt im Areopag eine Waffel.
Die Idee zu dem Tag entstand, als sich die ACK mit der Neufassung der Charta Oecumenica beschäftigte. Sie bildet eine Grundlage für die ökumenische Zusammenarbeit in Europa. „Wir stellten uns die Frage: Was davon ist uns so wichtig, dass wir dafür aktiv werden?“, berichtet Katharina Müller, Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Peter und stellvertretende Vorsitzende der ACK Recklinghausen. Ein Kapitel der Charta ruft die Kirchen dazu auf, sich für das Wohlergehen junger Menschen in der Gesellschaft einzusetzen.
Ein starkes Kind kennt nach Müllers Worten seine Stärken und Schwächen, setzt seine Fähigkeiten mit Freude ein und steht wieder auf, wenn es fällt. „Ich glaube, dass es in unserer eher misstrauischen Gesellschaft zunehmend wichtig ist, das Selbstbewusstsein von Menschen zu stärken, sodass sie darauf vertrauen: Ich bin gut, und mein Gegenüber ist auch gut.“
Katharina Müller wünscht sich, dass die Kinder am Ende des Tages vor allem drei Dinge mit nach Hause nehmen: „Spaß! Ermutigung! Und etwas mehr Ahnung, wer sie sind, was sie können und dass sie stark genug sind, Herausforderungen zu bewältigen.“

