Ein Abend mit Jürgen Becker, Zukunftsfragen und unerwarteter Offenheit

Von links Kabarettist Jürgen Becker, Maria Voß vom Arbeitskreis Eine Welt und Dr. Andreas Frick, Hauptgeschäftsführer von Misereor, unterhalten sich an einem Stehtisch.

Kabarettist Jürgen Becker, Maria Voß vom Arbeitskreis Eine Welt und Dr. Andreas Frick, Hauptgeschäftsführer von Misereor, (von links) hatten sich viel zu erzählen. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe

Dieser Auftakt für die Fastenzeit ist ungewöhnlich, für Misereor und Recklinghausen längst vertraut.

Seit über 25 Jahren beginnt Recklinghausen die Misereor-Fastenaktion nicht mit einem formellen Akt, sondern mit einem Abend, der Menschen zusammenbringt. Rund 150 Gäste füllten in diesem Jahr die Sparkasse Vest, die mit ihrem offenen Raum und warmen Licht einen passenden Rahmen bot. Im Mittelpunkt stand ein Mann, der viele überraschte: der Kölner Kabarettist Jürgen Becker.

Maria Voß aus dem Arbeitskreis Eine Welt, die seit langem zu den Motoren der Recklinghäuser Fastenaktion gehört, brachte gleich zu Beginn auf den Punkt, was diesen Abend trägt: „Was auf Bundesebene möglich ist, das geht auch in Recklinghausen.“ Ihr Engagement speist sich aus Überzeugung und aus Erfahrung. „Wir können mit unserem Einsatz viele Menschen weltweit unterstützen. Die Welt ist verwoben.“

In diesem Jahr richtet Misereor den Blick nach Kamerun. Unter dem Leitgedanken „Hier fängt die Zukunft an“ steht ein Ausbildungsprojekt der Partnerorganisation CODAS Caritas Douala im Mittelpunkt. Jugendliche erhalten dort die Chance auf eine qualifizierte berufliche Zukunft im Bäckerhandwerk, in der Elektrotechnik oder in anderen Bereichen. Für Dr. Andreas Frick, Hauptgeschäftsführer von Misereor, ist das ein Kernanliegen: „Die nachhaltigste Investition ist die in Menschen und ihre Bildung.“ Er betonte, dass jede Spende ein Stück gelebter Solidarität sei und mit Blick auf Maria Voß ergänzte er: „Wer Solidarität im Herzen hat, kann etwas bewegen.“

Dann trat Jürgen Becker (Interview mit dem Kabarettisten) auf und nahm den Raum sofort für sich ein. Er präsentierte Passagen aus seinem aktuellen Programm „Die Ursache liegt in der Zukunft“, zeigte aber schnell, dass er noch viel mehr ist als ein Kabarettist mit scharfem Blick. Im Gespräch mit Moderator Dr. Ansgar Kortenjann, Leiter der Volkshochschule Recklinghausen, sprach Becker offen über seine Hilfseinsätze für die Ukraine, seine Mitarbeit bei der Tafel und darüber, warum gesellschaftliches Engagement für ihn selbstverständlich ist.

Immer wieder führte er zurück zu der Frage, wie Menschen angesichts von Krisen und Unsicherheiten handlungsfähig bleiben. Humor spiele dabei eine entscheidende Rolle, so Becker. Humor könne verhärtete Positionen lockern, Perspektiven verändern, Gespräche ermöglichen. „Die Zukunft ist immer ungewiss. Das ist das Markenzeichen der Zukunft“, sagte er. „Das ist im Grunde wie beim Fußball. Warum gehen die Leute dahin? Ja, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht.“ Es war dieser Mix aus Nachdenklichkeit, persönlicher Haltung und heiterer Gelassenheit, der das Publikum berührte – und dem Abend eine besondere Leichtigkeit gab.

Die Eröffnung der Misereor-Fastenaktion in Recklinghausen zeigte einmal mehr, wie eng lokale Initiative und weltweite Verantwortung zusammengehören. Und sie setzte ein Zeichen: Zukunft beginnt dort, wo Menschen hinschauen, sich einlassen und gemeinsam handeln.

Weitere Informationen zur Fastenaktion
 

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